Neuzugang im Pomarium

Meinolf Hammerschmidt (links) und Willi Hennebrüder

 

Das Obstmuseum Pomarium Anglicum ist um eine Attraktion reicher. Seit 3 Jahren gibt es neben den mehr als 700 alten Obstsorten, den Themengärten auch eine kleine Ausstellung von alten Werkzeugen und Geräten, die im Obstbau und seiner Verwertung benutzt wurden. Viele der Exponate stammen aus der Privatsammlung von Willi Hennebrüder vom BUND Lemgo und sind eine Dauerleihgabe.

Nun kommt eine sogenannte Geisenheimer Herddörre hinzu, die 1887 nach Angaben des Ökonomierates Rudolf Goethe von Reinhard Mertens konstruiert wurde. Dieser gab dazu 1891 ein Dörrbüchlein für Haushalt und Kleinbetrieb heraus, das bis 1917 in 12 Auflagen erschien. Mit dem Dörrapparat wurde Obst und Gemüse getrocknet und so haltbar gemacht.

 

Reinhard Mertens schreibt dazu: „Eine eigene Feuerung besitzt dieses Dörrchen nicht, es wird vielmehr einfach wie ein Kochtopf auf die mit den Ringen zugelegte geschlossene Platte des Küchenherdes oder eines Ofens gestellt, so dass die daraus entströmende Wärme aufgefangen und durch die mit Obst oder Gemüse beschickten Hurdchen senkrecht in die Höhe geführt wird. … Die Bedienung der Herddörre erfolgt nebenher durch die Hausfrau, Köchin oder dem Dienstmädchen je nachdem vor oder während oder nach dem Kochen. Die auf der Herddörre gewonnenen Erzeugnisse lassen nichts zu wünschen:  sie dörren schnell und gleichmäßig, werden schön und bewahren ihren reinen Geschmack.“

 

 Meinolf Hammerschmidt vom Museumsverein ist begeistert über den Neuzugang, zumal die Herddörre sich in einem einwandfreien Zustand befindet. Bis zum letzten Jahr wurde sie noch für das Dörren von Zwetschgen genutzt. 

Und hier kommen Sie zur digitalen Fassung des "Dörrbüchleins":

 

http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6383/1/

 

 

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