Aus Kasachstan stammen die Vorfahren unseres Apfels „Malus X domestica“. In den Tälern des Karatau und Alatau, Ausläufern des Tienschan Gebirges, das bis nach China reicht, stehen sie, mehr Strauch als Baum, von Bären  heruntergebrochen, behangen mit roten und gelben, nur mittelgroßen bis kleinen  Früchten in lichten Hainen.

 

Im Juli 2016 hat Meinolf Hammerschmidt von einer Reise Früchte dieser „wilden Äpfel“ mit nach Winderatt ins Obstmuseum Pomarium Anglicum gebracht. Hier stehen schon einige Wildapfelarten - Malus sieversii, Malus sinensis oder Malus yunanensis, die mit ihren z.T. für Apfel untypischen Blättern und kleinen Früchten Besucher staunen lassen. Einige Exemplare des Urapfels aus Kasachstan sind z.Zt. im Pomarium ausgestellt.

 

Ein Teil der neu importierten Früchte wurden zur Untersuchung über Willi Hennebrüder (BUND Lemgo und Mitglied im Verein Pomarium Anglicum) weitergeleitet an die Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Hier sollen sie auf Polyphenole untersucht werden, die nach jüngsten Erkenntnissen dafür verantwortlich sind, ob Menschen allergisch reagieren oder nicht. Bei den Neuzüchtungen hat man sich auf nur wenige Elternsorten beschränkt, um „perfekte“ Früchte zu erzielen. Dabei sind wichtige Inhaltsstoffe des ursprünglichen Apfels verloren gegangen. Empfindliche Menschen reagieren mit Allergien auf diese Neuzüchtungen. Ob die Uräpfel nun viele oder wenig Polyphenole enthalten ist die Frage, mit der sich die Hochschule beschäftigen wird. Das Ergebnis wird nicht nur von Allergikern mit Spannung erwartet. Könnte man doch auf ganz neue bzw. alte Apfelsorten in der Züchtung zurückgreifen.

 Umfangreiche Informationen zum Thema Apfelallergie mit Hinweisen zu verträglichen und unverträglichen Apfelsorten gibt es auf den Internetseiten des BUND Lemgo. http://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html